13.12.2018

Die Datenbank GEFAHRGUT der BAM ist Teil eines Gefahrstoff-/Gefahrgut-Informationssystems der Bundesrepublik Deutschland und liefert Ihnen aufbereitete und komprimierte Informationen aus den einschlägigen Gefahrgutvorschriften, die für einen sicheren Transport gefährlicher Güter benötigt werden.

Zielgruppen für die DGG sind Behörden und Unternehmen, welche Gefahrguttransporte kontrollieren, planen oder durchführen.

Geschichte der DGG

Seit 1982 werden in der BAM für den Gefahrgutbereich Informationen datenbankmäßig erfasst. Die Keimzelle hierfür bildeten die Daten für die stoffbezogene Baumusterzulassung von Tankcontainern.

In der Regierungserklärung des Bundeskanzlers von 1987 wurde der Beschluss zum Aufbau einer Schadstoffdatenbank des Bundes mit Standort beim UBA verkündet. Das Verkehrsministerium beteiligte sich daran unter Einbeziehung der BAM mit der konzeptionellen Gestaltung einer speziellen Sicht für den Gefahrgutbereich, der sog. Gefahrgut-Datenmaske. Diese Entscheidung basierte auf der optimalen Wertschöpfungsmöglichkeit in der BAM, da hier die Gefahrgut-ExpertInnen aus den verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. Durch ihre Tätigkeit in nationalen und internationalen Gremien haben sie Zugriff auf alle relevanten Informationen und aktuellen Änderungen in der Rechtsfortentwicklung.

Seit 1990 wird der Aufbau einer Datenbank in der BAM durch das Bundesministerium für Verkehr (jetzt BMVI) im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung finanziell gefördert. Hieraus entwickelte sich die Datenbank GEFAHRGUT (DGG).

Im Dezember 1993 verunglückte das mit Gefahrgut beladene Containerschiff MS Sherbro vor der französischen Küste. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass als Grundlage für Aussagen und Entscheidungen der Bundesregierung schnell verfügbare und verlässliche Daten vorgehalten werden müssen. Als eine Konsequenz daraus wurde der beschleunigte Ausbau der DGG veranlasst.

Im Jahr 1996 startete ein erster Online-Betrieb der Datenbank GEFAHRGUT mit einer alphanumerischen Oracle-Oberfläche bevor dann im Jahr 2000 erstmalig die Einzelplatzanwendung mit einer grafischen Benutzeroberfläche über eine CD-ROM herausgegeben werden konnte. 2001 folgten die Internetanwendung und erste Datenlieferungen an Lizenznehmer.

Im Jahre 2003 wurde ein Modul für radioaktive Stoffe integriert.

Seit 2005 wird ein Modul zur Erstellung von Beförderungspapieren für Stückgüter nach ADR zur Verfügung gestellt.

Die Gefahrgutvorschriften werden kontinuierlich nach dem Stand von Wissenschaft und Technik fortentwickelt. Diese Entwicklungen werden stetig in das Informationssystem DGG aufgenommen und jährlich in Form neuer Versionen der Produkte neu herausgegeben.
Mit der Version 9.0 der DGG beispielsweise, veröffentlicht im Dezember 2012, wurden zum ersten Mal Informationen über umweltgefährdende Eigenschaften (aquatische Umweltgefahr) vieler im Datenpool der BAM enthaltener Gefahrgüter zur Verfügung gestellt.
Mit der aktuellen Version 12.0 (Dezember 2018) stehen nun zu mehr als 5.200 Stoffen und Stoffgemischen die Informationen zur Verfügung, ob diese umweltgefährdend im Sinne der Binnenverkehrsvorschriften sind. Mehr als 4.000 dieser Einträge wurden als umweltgefährdend oder unter bestimmten Umständen umweltgefährdend (konzentrationsabhängig), knapp 1.200 als nicht umweltgefährdend identifiziert.