20.12.2017

Zum Zuständigkeitsbereich der BAM gehören zulassungspflichtige Versandstücke, wie beispielsweise Brennelement-Transportbehälter des Typs CASTOR V/19, prüfpflichtige Versandstücke, radioaktive Stoffe in besonderer Form, Verpackungen für freigestelltes Uranhexafluorid, gering dispergierbare radioaktive Stoffe und radioaktive Stoffe in besonderer Form.

Zu diesem Themenkomplex führt die BAM außerdem sicherheitswissenschaftliche Untersuchungen durch.

Eine weitere Aufgabe ist es, die Behörden von Europäischer Kommission, Bund und Ländern sowie die Industrie und Öffentlichkeit zu beraten. Die gewonnenen Erfahrungen fließen in die Weiterentwicklung des Regelwerks der Internationalen Atom-Energie-Organisation (IAEO) ein.

Im Rahmen des Gefahrgutrechts ist die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) gemäß der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) §8 des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung die zuständige deutsche Behörde für:

  • die Bauartprüfung von zulassungspflichtigen Versandstücken für radioaktive Stoffe
  • die Überwachung qualitätssichernder Maßnahmen für die Konstruktion, Herstellung, Prüfung, Dokumentation und Inspektion zulassungspflichtiger Versandstücke für radioaktive Stoffe
  • die Anerkennung und Überwachung von Qualitätssicherungsprogrammen für die Auslegung, Herstellung, Prüfung, Dokumentation, den Gebrauch, die Wartung und Inspektion von prüfpflichtigen Versandstücken für radioaktive Stoffe
  • die Prüfung und Zulassung radioaktiver Stoffe in besonderer Form
  • die Prüfung und Zulassung der Bauart von Verpackungen für nicht spaltbares oder spaltbares freigestelltes Uranhexafluorid
  • die Prüfung und Zulassung der Bauart gering dispergierbarer radioaktiver Stoffe im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

auf der Basis der zugehörigen verkehrsrechtlichen gesetzlichen Grundlagen.

Die BAM stellt über die Bauartprüfung und zur Machbarkeit der technischen Ausführung ein Prüfungszeugnis aus, das gegebenenfalls auch Auflagenvorschläge, beispielsweise zur Qualitätssicherung und -überwachung für die Zulassung enthält.

Das BfS überprüft den Sicherheitsnachweis zulassungspflichtiger Versandstücke bezüglich der Abschirmung des radioaktiven Inhalts und der Kritikalitätssicherheit bei spaltbaren Materialien. Die Versandstückmuster-Zulassung wird durch das BfS erteilt, wenn das Prüfungszeugnis der BAM vorliegt, die Überprüfung durch das BfS abgeschlossen ist und Konstruktionszeichnungen, Stücklisten und Werkstoffspezifikationen sowie die Anweisungen für Bedienung, Wartung und wiederkehrende Prüfungen freigegeben sind.

Weitere Tätigkeitsfelder der BAM ergeben sich aus der Strahlenschutzverordnung:

  • die Beurteilung der Umhüllung von radioaktiven Stoffen bezüglich Konstruktion, Werkstoffauswahl, Dichtheit sowie Qualitätssicherung bei Fertigung und Betrieb im Rahmen der Bauartzulassung von Geräten und anderen Vorrichtungen, in die sonstige radioaktive Stoffe eingefügt sind.
  • die Beurteilung von Prüffristen für wiederkehrende Dichtheitsprüfungen an umschlossenen radioaktiven Stoffen

Die Kenntnisse der BAM zur verkehrsrechtlichen Bauartprüfung von Transportbehältern für radioaktive Stoffe stehen den Behörden von Europäischer Kommission, Bund und Ländern, der Industrie und der Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie fließen ebenso in die Weiterentwicklung des Regelwerkes der IAEO ein.